DIE ZENTRALE ANLAUFSTELLE FÜR BÜRGER UND UNTERNEHMEN
MIKROPLASTIK GLOSSAR
A
Abrieb (Mechanischer Abrieb): Der schleifende Verschleiß von Materialien durch Reibung. Bei Reifen, Schuhsohlen oder Textilien ist Abrieb eine der Hauptquellen für sekundäres Mikroplastik.
Additive: Chemische Zusatzstoffe (z. B. Weichmacher, Flammschutzmittel, Farbstoffe), die Kunststoffen hinzugefügt werden, um deren Eigenschaften zu verändern. Sie können sich mit der Zeit aus dem Plastik lösen.
Akkumulation (Bioakkumulation): Die Anreicherung von Schadstoffen oder Mikroplastikpartikeln in Geweben von Lebewesen über die Nahrungskette.
Acrylates Copolymer (AC): Ein flüssiger oder gelartiger synthetischer Kunststoff, der häufig in Kosmetika als Bindemittel oder Filmbildner eingesetzt wird.
B
Bio-Polymere: Kunststoffe, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe (z. B. Maisstärke, Zuckerrohr) hergestellt werden. Achtung: „Biobasiert“ bedeutet nicht automatisch biologisch abbaubar!
Biologische Abbaubarkeit: Die Fähigkeit eines Materials, durch Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) vollständig zu natürlichen Elementen wie Wasser, Kohlendioxid und Biomassen zersetzt zu werden.
E
EU-Mikroplastik-Verbot: Eine EU-Verordnung im Rahmen des REACH-Regelwerks, die den Verkauf von bewusst zugesetztem Mikroplastik (z. B. in Peeling-Körnern oder Kunstrasengranulat) schrittweise verbietet.
F
Filtration: Verfahren zur Trennung von Feststoffen aus Flüssigkeiten oder Gasen. In Kläranlagen wird Mikroplastik durch spezielle Filter zurückgehalten.
K
Klärschlamm: Das bei der Abwasserreinigung anfallende Sediment. Da Kläranlagen viel Mikroplastik herausfiltern, reichert es sich im Klärschlamm an. Wird dieser als Dünger genutzt, gelangt Mikroplastik auf Landwirtschaftsflächen.
Kunststoff: Ein synthetisch oder halbsynthetisch erzeugtes Polymer, das aus Makromolekülen besteht (umgangssprachlich: Plastik).
N
Nanoplastik: Feste Kunststoffpartikel, die kleiner als 1000 Nanometer (1 Mikrometer) bzw. $0,001 \text{ mm}$ sind. Aufgrund ihrer geringen Größe können sie theoretisch Zellmembranen durchdringen.
P
PE (Polyethylen): Der weltweit am häufigsten verwendete Standardkunststoff. Wird oft für Verpackungen, Folien und früher auch für Kosmetik-Peelings genutzt.
PET (Polyethylenterephantalat): Ein thermoplastischer Kunststoff aus der Familie der Polyester, der vor allem für Getränkeflaschen und Textilfasern genutzt wird.
Polymere: Chemische Verbindungen, die aus langen Ketten sich wiederholender Moleküle (Monomere) bestehen. Sie bilden die chemische Basis aller Kunststoffe.
PP (Polypropylen): Ein robuster, beständiger Kunststoff, der häufig für Lebensmittelverpackungen, Rohre und medizinische Geräte verwendet wird.
Primary Microplastics (Primäres Mikroplastik): Mikroplastik, das gezielt in winziger Form hergestellt wurde (z. B. Industriegranulat/Pellets oder Reibkörper in Reinigungsmitteln).
R
REACH: Das Chemikalienrecht der Europäischen Union (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), unter dem auch Mikroplastik-Einschränkungen geregelt sind.
Reifenabrieb: Der Abrieb von Fahrzeugreifen auf der Straße. Er gilt weltweit als eine der größten Quellen für unbewusst freigesetztes Mikroplastik.
S
Secondary Microplastics (Sekundäres Mikroplastik): Mikroplastikpartikel, die erst in der Umwelt durch den physikalischen, chemischen oder biologischen Zerfall größerer Plastikteile (z. B. Tüten, Flaschen, Fischnetze) entstehen.
Synthetikfasern: Künstlich hergestellte Fasern für Textilien (z. B. Polyester, Nylon, Acryl), die beim Waschen Mikroplastik-Fasern an das Abwasser abgeben.
T
Toxizität: Die Giftigkeit eines Stoffs. Bei Mikroplastik unterscheidet man zwischen der physikalischen Wirkung der Partikel im Körper und der chemischen Toxizität durch enthaltene Additive oder angelagerte Umweltgifte.
U
UV-Strahlung: Das ultraviolette Licht der Sonne. Es schwächt die molekulare Struktur von Kunststoffen im Freien und führt dazu, dass Plastik spröde wird und zerkrümelt (Verwitterung).
V
Vektor-Effekt: Die Eigenschaft von Mikroplastik, in der Umwelt gelöste Schadstoffe (wie Pestizide oder Schwermetalle) an seiner Oberfläche zu binden und als „Transportmittel“ in Organismen zu schleusen.