Wo wurde Mikroplastik überall gefunden? Eine Übersicht über die weltweite Verbreitung
Mikroplastik ist heute nahezu überall
Mikroplastik gehört zu den am weitesten verbreiteten Umweltverschmutzungen unserer Zeit. Was einst als Problem der Meere galt, ist heute praktisch überall nachweisbar – von den höchsten Bergen bis in die tiefsten Ozeangräben, von der Arktis bis zur Antarktis und sogar im menschlichen Körper.
Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass Mikroplastik in nahezu allen Umweltbereichen vorkommt. Die winzigen Kunststoffpartikel entstehen durch den Zerfall größerer Plastikabfälle oder werden direkt als kleine Kunststoffpartikel hergestellt. Wind, Wasser und menschliche Aktivitäten verteilen sie weltweit.
Mikroplastik in der Umwelt
Meere und Ozeane
Die Weltmeere gelten als die größten Sammelbecken für Plastik. Dort zerfallen Verpackungen, Fischernetze und andere Kunststoffabfälle durch UV-Strahlung und Wellengang zu immer kleineren Partikeln.
Mikroplastik wurde gefunden in:
- Oberflächenwasser
- Tiefsee
- Meeresboden
- Korallenriffen
- Küstengewässern
- Sedimenten
- Meereis
Selbst in mehreren tausend Metern Tiefe wurden Kunststoffpartikel nachgewiesen.
Flüsse und Seen
Flüsse transportieren jährlich Millionen Tonnen Kunststoff in die Ozeane. Deshalb findet sich Mikroplastik inzwischen in nahezu allen untersuchten Flüssen weltweit.
Nachweise gibt es unter anderem in:
- Rhein
- Donau
- Elbe
- Themse
- Mississippi
- Yangtse
- Amazonas
Auch zahlreiche Seen enthalten Mikroplastik – selbst abgelegene Bergseen.
Trinkwasser
Mikroplastik wurde sowohl in Leitungswasser als auch in Mineralwasser gefunden.
Untersuchungen zeigen Kunststoffpartikel in:
- Leitungswasser
- Mineralwasser
- Quellwasser
- Brunnenwasser
Die Belastung unterscheidet sich je nach Wasserquelle, Aufbereitung und Verpackung.
Regenwasser
Forscher fanden Mikroplastik im Regen auf nahezu allen Kontinenten.
Die Partikel gelangen über die Atmosphäre in Wolken und werden anschließend mit dem Niederschlag ausgewaschen.
Selbst in abgelegenen Regionen ohne Industrie wurde Mikroplastik im Regen nachgewiesen.
Schnee und Eis
Mikroplastik wurde gefunden in:
- Alpen
- Arktis
- Antarktis
- Himalaya
- Gletschern
- Meereis
Diese Funde zeigen, dass Kunststoffpartikel über tausende Kilometer durch die Luft transportiert werden können.
Luft
Mikroplastik gehört heute zur Feinstaubbelastung vieler Städte.
Quellen sind unter anderem:
- Reifenabrieb
- Bremsabrieb
- Textilfasern
- Baustellen
- Kunststoffproduktion
- Straßenstaub
Die Partikel schweben teilweise über Tage oder Wochen in der Atmosphäre.
Böden
Landwirtschaftliche Flächen gehören inzwischen zu den am stärksten belasteten Ökosystemen.
Mikroplastik stammt dort unter anderem aus:
- Klärschlamm
- Kompost
- Bewässerung
- Folien
- Reifenabrieb
- Düngemitteln
Auch Wälder und Naturschutzgebiete sind inzwischen betroffen.
Mikroplastik in Lebensmitteln
Fisch und Meeresfrüchte
Besonders häufig wurden Kunststoffpartikel gefunden in:
- Muscheln
- Austern
- Garnelen
- Krabben
- Thunfisch
- Lachs
- Kabeljau
Da Muscheln komplett verzehrt werden, gelten sie als eine bedeutende Aufnahmequelle.
Speisesalz
Mikroplastik wurde in Meersalz, Steinsalz und teilweise auch in Siedesalz nachgewiesen.
Honig
Untersuchungen fanden Kunststofffasern in verschiedenen Honigsorten. Vermutlich gelangen sie über Luft und Umwelt in die Bienenstöcke.
Bier
Mehrere Studien konnten Mikroplastik in Bier nachweisen. Als mögliche Quellen gelten Wasser, Luft und Produktionsprozesse.
Wein
Auch Rot-, Weiß- und Roséweine enthalten teilweise Mikroplastikpartikel.
Tee
Besonders Teebeutel aus Kunststoff können beim Aufbrühen große Mengen Mikro- und Nanoplastik freisetzen.
Reis
Sowohl ungekochter als auch gekochter Reis kann Mikroplastik enthalten. Durch gründliches Waschen lässt sich die Belastung teilweise reduzieren.
Obst und Gemüse
In zahlreichen Studien wurden Mikroplastikpartikel in Pflanzen nachgewiesen.
Dazu gehören unter anderem:
- Äpfel
- Birnen
- Karotten
- Salat
- Brokkoli
- Kartoffeln
Pflanzen können kleinste Partikel über ihre Wurzeln aufnehmen.
Fleisch
Mikroplastik wurde nachgewiesen in:
- Rindfleisch
- Schweinefleisch
- Geflügel
Die Konzentrationen sind meist geringer als bei Meeresfrüchten.
Milch
Einige Untersuchungen fanden Mikroplastik auch in Kuhmilch.
Zucker
Auch handelsüblicher Zucker kann geringe Mengen Mikroplastik enthalten.
Trinkflaschen
Besonders Wasser aus Einweg-Plastikflaschen weist häufig höhere Mengen an Mikroplastik auf als Leitungswasser.
Mikroplastik in Tieren
Nachweise gibt es inzwischen bei:
- Walen
- Delfinen
- Robben
- Fischen
- Muscheln
- Austern
- Krabben
- Garnelen
- Meeresschildkröten
- Seevögeln
- Pinguinen
- Eisbären
- Hirschen
- Wildschweinen
- Nutztieren
Selbst Insekten und Regenwürmer nehmen Mikroplastik auf.
Mikroplastik in Pflanzen
Neben Nutzpflanzen wurde Mikroplastik gefunden in:
- Weizen
- Mais
- Reis
- Salat
- Karotten
- Kräutern
- Wasserpflanzen
- Algen
Mikroplastik im menschlichen Körper
Inzwischen wurde Mikroplastik nachgewiesen in:
- Blut
- Gehirn
- Herz
- Blutgefäßen
- Lunge
- Leber
- Nieren
- Darm
- Plazenta
- Fruchtwasser
- Nabelschnur
- Muttermilch
- Hoden
- Penisgewebe
- Eierstöcken
- Knochenmark
- Urin
Die Forschung untersucht derzeit, welche gesundheitlichen Auswirkungen diese Funde langfristig haben könnten.
Selbst entlegene Regionen sind betroffen
Besonders bemerkenswert ist, dass Mikroplastik selbst dort gefunden wurde, wo kaum Menschen leben.
Nachweise existieren unter anderem:
- Mount Everest
- Himalaya
- Arktis
- Antarktis
- Tiefseegräben
- unbewohnte Inseln
- Polarregionen
- Hochgebirge
- Wüsten
Diese Funde zeigen, dass Mikroplastik durch Wind, Meeresströmungen und Flüsse weltweit transportiert wird.
Fazit
Die wissenschaftliche Forschung kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Mikroplastik ist heute nahezu allgegenwärtig. Es findet sich in Luft, Wasser, Böden, Lebensmitteln, Tieren und im menschlichen Körper. Durch seine weltweite Verbreitung gehört Mikroplastik zu den bedeutendsten Umweltproblemen des 21. Jahrhunderts.
Obwohl noch viele Fragen zu den langfristigen gesundheitlichen Folgen offen sind, zeigen die bisherigen Erkenntnisse, dass Kunststoffpartikel inzwischen Bestandteil nahezu aller Ökosysteme geworden sind. Die Reduzierung von Plastikabfällen und der Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt gelten daher als zentrale Aufgaben für Umwelt-, Gesundheits- und Klimaschutz.

