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Mikroplastik

Mikroplastik

In Kosmetika -und Körperpflegeprodukten wird Mikroplastik beispielsweise in Form von kleinsten Plastikkügelchen für Peelings beigemengt. Die Kosmetikindustrie verwendet Mikroplastik aber auch als als Filmbildner, Füllstoff oder in flüssiger Form als Bindemittel.Die Bezeichnung der Inhaltsstoffe lauten in der Regel Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP). Mikroplastik ist zu klein für unsere Kläranlagen und landet so in der Umwelt. Es bindet  Umweltgifte und wurde in Seehunden, Fischen, Muscheln und kleineren Organismen nachgewiesen, die es mit ihrer Nahrung aufnehmen.

PLASTICONTROL engagiert sich für ein Verbot von Mikroplastik in Deutschland und der Europäischen Union. Freiwillige Verzichte der innerhalb der Industrie und des Handels sind zu begrüßen, werden das Problem aber nicht nachhaltig beseitigen.

Der Industrie­verband Körperpflege- und Waschmittel e. V. hat erklärt, dass er seinen Mitgliedern empfehlen werde, Mikroplastik aus Kosmetika zu entfernen. An anderer Stelle erklärte der Verband allerdings, dass Kläranlagen Mikroplastik-Partikel filtern würden und verweist auf die steigende Vermüllung der Gewässer durch große Plastik-Teile. Diese würden zerfallen und Hauptursache des Mikroplastiks sein. Chemieunternehmen wie Beiersdorf wollen aus der Produktion von Produkten mit Mikroplastik aussteigen, Händler wie Rossmann wollen noch in 2014 alle Produkte hinsichtlich Mikroplastik optimieren.

In den USA kämpfen Anti-Plastik-Umweltschutzorganisationen wie 5Gyres und Plastic Free Seas darum, Unternehmen davon zu überzeugen, künftig auf Mikroplastik zu verzichten. Nun sind erste Erfolge zu verzeichnen. Procter & Gamble hat sich verpflichtet, alle Mikroplastikteile bis 2017 aus seinen Produkten zu entfernen. Das Unternehmen Johnson & Johnson hat sich verpflichtet, die Produkte Neutrogena und Clean & Clear vom Markt zu nehmen. Diese Produkte sind auch in Europa erhältlich. Unilever hat angekündigt, ab 2015 keine Kunststoffpartikel mehr in seinen Kosmetikprodukten zu verarbeiten. Beiersdorf, Colgate-Palmolive und L’Oréal wollen nachziehen, legen sich aber noch nicht auf einen Termin fest.

Das Bundesumweltministerium und die Bundesregierung unterstützen den Verzicht der Unternehmen zwar, sehen allerdings keine Notwendigkeit, zusätzlichen gesetzlichen Druck auszuüben. Das Bundesumweltministerium kündigt lediglich weitere Studien an. PLASTICONTROL kritisiert diese Haltung. Aufgrund der Gefährdung der Umwelt kann nur über gesetzliche Rahmenbedingungen sicher gegangen werden, dass kein Mikroplastik in die Umwelt gerät – bei aller Wertschätzung des Selbstverzichtes. PLASTICONTROL hat entsprechende Petitionen zum Verbot von Mikroplastik in Körperpflegeprodukten und Kosmetika bei der Europäischen Union und dem Deutschen Bundestag eingereicht. PLASTICONTROL fordert darüber hinaus den Einzelhandel dazu auf, Kosmetik- und Körperpflegeprodukte mit Mikroplastik-Kügelchen aus dem Verkauf zu nehmen.