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Mikroplastik im Meer

Mikroplastik im Meer

Fleece und Microfaser, die beim Waschen in die Abwässer gelangen,haben einen großen Anteil an der Verschmutzung der Meere mit kleinsten Plastikpartikeln. Besonders Fleecekleidung, die oft selbst aus Recyclingstoffen wie PET-Flaschen hergestellt wird, verliert besonders viele Fussel. Die Maschinen setzen beim Waschgang winzige Teile aus Polyester und Acryl frei, die sich aus synthetischer Kleidung lösen – Filter haben bisher nicht die Fähigkeit diese Partikel herauszufiltern. Ein Großteil der Kläranlagen scheitern daran und diese Partikel passieren dadurch die Kläranlagen und gelangen so ungefiltert in die Weltmeere. Angereichert mit gesundheitsgefährdenden Stoffen landen sie später in der Nahrungskette. Ein mögliches Gefahrenpotential – nicht nur für die Tiere. Quelle dieser Verunreinigungen sind Fleece-Textilien, High-Tech Laufshirts, Funktionskleidung und andere synthetischen Gewebe. Forschungen haben gezeigt, dass pro Waschgang bis zu 1900 kleine Kunststofffaser in die Abwässer gelangen. Ein durchschnittlicher Haushalt mit zwei Personen wäscht etwa 91 Wäscheladungen im Jahr. Umgerechnet wird also alle vier Tage eine Waschmaschine angestellt. Pro Waschgang werden 40-50 Liter Wasser verbraucht – zumindest bei neuen Geräten. Pro Jahr und Haushalt fließen also durchschnittlich etwa 4100 Liter mit Textilfasern angereichertes Wasser in die Kläranlage. Hochgerechnet wären das über 150 Milliarden Liter pro Jahr, die allein in Deutschland in Privathaushalten zusammen kämen. Zum Vergleich: Die gleiche Menge Wasser würde etwa 65.600 Schwimmbecken wie das im Olympiastadion München füllen.

In der Umwelt werden die Fasern von Tieren mit Nahrung verwechselt und gefressen. Am Ende der Nahrungskette landen sie auf unseren Tellern. Vor Kurzem hat haben Forschungsfahrten des Alfred-Wegner-Institutes ergeben, dass in den verschiedenen Regionen der Welt Plastikfaser im Meerwasser enthalten sind.

Und Forscher testeten 18 Strände auf sechs Kontinenten: Kein einziger der untersuchten Strände war frei von synthetischen Fasern. Rund um große Städte war die Konzentration am stärksten.
PLASTICONTROL fordert Waschtests für synthetische Kleidung mit Kunststoffanteilen. Dazu stehen wir in Kontakt mit Kleidungsherstellern.
PLASTICONTROL fordert effektive Mikroplastik Filter für Waschmaschinen. Dazu übern wir Druck auf die Hersteller von Waschmaschinen aus, diese Filter zu entwickeln und einzusetzen.
PLASTICONTROL fordert die deutschen Klärwerkbetreiber auf, die Klärwerke mit effektiven Filtern (Tuch, Aktivkohle, Sand, Membran, etc.) auszurüsten. Wir fordern von der Politik, über gesetzliche Regelungen Vorschriften und finanzielle Förderung die Rahmenbedingungen für die Umrüstung der knapp 10.000 Klärwerke in Deutschland zu schaffen. Beispiele wie das Klärwerk Oldenburg, dass mit Tuchfiltern arbeitet, zeigt die technischen Möglichkeiten auf. Nicht zuletzt können auf diese Weise auch andere Partikel wie multiresistente Keime aus dem Abwasser gefiltert werden.