Viel Mikroplastik in den Tiefen der Meere


Forscher analysierten zwölf Sedimentproben, die während mehrerer Forschungsfahrten im Mittelmeer, im südwestlichen Indischen Ozean und im Nordostatlantik zwischen 2001 und 2012 genommen worden waren. Zudem untersuchten sie vier Korallenproben. Nach der Aufarbeitung analysierten die Wissenschaftler die Proben unter dem Mikroskop und im Infrarot-Spektrometer.

In allen Sedimentproben wiesen sie Mikroplastik-Partikel nach. Sie waren meist faserförmig und hatten gewöhnlich eine Länge von zwei bis drei Millimetern, bei einer Breite von unter einem Zehntelmillimeter. Die Proben enthielten im Schnitt 13,4 Teilchen pro 50 Milliliter Flüssigkeit.

Mehr als die Hälfte der Partikel waren aus Viskose. Dies ist kein Plastik, sondern eine Kunstfaser auf Zellulosebasis, die zum Beispiel in Zigarettenfiltern und Kleidung verwendet wird. Da das Material in großen Mengen in die Meere gelange und sich in Fischen und Eiskernen nachweisen lassen, schlossen die Forscher diese Partikel in ihre Auswertung mit ein. Das zweithäufigste Material war Polyester.

Aufgrund der relativ geringen Probenzahl sei ein Vergleich von Häufigkeit und Zusammensetzung in den einzelnen Sedimenten nicht möglich. Faserförmige Mikropartikel seien aber anscheinend flächendeckend in der Tiefsee verbreitet, schreiben die Wissenschaftler.

Sie vermuten, dass die Häufigkeit in den Sedimenten um vier Größenordnungen – also um den Faktor 10.000 – über der in kontaminierten Meereswirbeln liege. Konservativen Hochrechnungen zufolge enthält ein Quadratkilometer Sediment der Tiefseeberge im Indischen Ozean etwa vier Billiarden Plastikfasern, berichten die Wissenschaftler weiter. Ihre Untersuchung lege nahe, dass die Tiefsee als Senke für den Plastikmüll fungiere.

Quelle: www.spiegel.de / Link:

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